Der Foschungsstandort Bremen und Bremerhaven
Junge Universitätsstadt
Bremen ist eine vergleichsweise junge Universitätsstadt. Die
Universität Bremen
wurde erst 1971 gegründet. In nur drei Jahrzehnten hat sie sich zu
einer international anerkannten Forschungsuniversität entwickelt.
2001 startete die
Internationale
University Bremen (IUB), eine der großen Innovationen der
jüngsten deutschen Wissenschaftsgeschichte. Die
Anwendungsorientierung steht im Fokus der
Hochschule Bremen,
bei der Hochschule für Künste
ist es die interdisziplinäre künstlerische Arbeit und die
Hochschule
Bremerhaven in Bremerhaven fügt besonders maritime Kompetenz hinzu.
Sechste im Bunde ist die
Hochschule
für Öffentliche Verwaltung. Daneben arbeiten über 150 inner-
und außerhochschulische Forschungsinstitute an der Weser.
Wissenschaft als Motor der Stadtentwicklung
Heute spielt die Wissenschaft als Motor für den Strukturwandel,
für Innovation und Modernisierung im Land Bremen eine zentrale
Rolle. Wirtschaft und Wissenschaft bilden ein Tandem und stellen
neben der Kultur
das Zukunftspotenzial des Landes dar. Mehr als 3.000
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie rund 32.000
Studierende und fast 7.000 Beschäftigte im
Technologiepark
füllen die Marke "city of science" mit Leben.
Das Forschungsprofil
Starke Fächer
Zwar erstreckt sich das wissenschaftliche Spektrum auch in der Lehre von A wie
Architektur bis Z wie Zoologie in einem verzweigten Wissenschaftssystem. Doch Bremen
setzt auf eine Reihe von
Schwergewichten in der Forschung, die auch mit den primären Innovationsfeldern
(Innovationsprogramm InnoVision 2010) korrespondieren. Diese wissenschaftlichen
Stärken liegen in neun Bereichen:
Meereswissenschaften,
Materialwissenschaften,
Umweltwissenschaften,
Informations- und Kommunikationswissenschaften,
Logistik/Telematik,
Luft- und Raumfahrtforschung,
Gesundheits- und Pflegewissenschaften,
Sozialwissenschaften: Staatlichkeit und Wohlfahrtsgesellschaft sowie
Neuro- und Kognitionswissenschaften.
Forschungsschwerpunkte
In Bremerhaven und Bremen ist das größte
Meeresforschungspotenzial Deutschlands angesiedelt. Damit ist das Land Bremen
ein wichtiger Standort für die globale Umwelt- und Klimaforschung. Mit diesem
Forschungsschwerpunkt hat sich ein "Center of Excellence" etabliert, zu dem u.
a. das Alfred-Wegner-Institut für Polar und Meeresforschung (AWI) und das
"Forschungszentrum Ozeanränder" der Universität Bremen gehören.
Die Materialforschung ist ein
bedeutender Wissenschaftsschwerpunkt und lenkt den Blick auf Werkstoffe und
Verfahren für die High-Tech-Zukunft. Rund um die Universität wurde ein Kreis
renommierter Institute angesiedelt, z. B. das Institut für Werkstofftechnik
(IWT), das Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und angewandte
Materialforschung (IFAM), das Bremer Institut für Betriebstechnik und angewandte
Arbeitswissenschaft (BIBA) und das Bremer Institut für angewandte Strahltechnik
(BIAS).
Die Bremer Umweltforschung konzentriert
sich auf die Bereiche produkt- und produktionsintegrierter Umweltschutz,
Sanierung/Selbstreinigung/Melioration/, Renaturierung, Risikoforschung für
Mensch und Umwelt sowie auf die Entwicklung von Biosensoren. Federführend ist
hier das Zentrum für Umweltforschung und Umwelttechnologie (UFT). Ein besonderes
Merkmal ist die Verknüpfung von natur- und sozialwissenschaftlichen Disziplinen.
Den Akzent auf Atmosphärenforschung, Meeres- und Kryosphärenforschung sowie der
Fernerkundung u. a. mittels Satelliten legt das Institut für Umweltphysik.
Im Bereich
moderner Informations- und Kommunikationstechnologien setzt das Land Bremen vor
allem auf die mobile Informationsverarbeitung, eine Schlüsseltechnologie des 21.
Jahrhunderts. Ein Standort der Mobilkommunikation ist Bremen nicht nur in streng
wissenschaftlicher Hinsicht mit dem universitären Technologie-Zentrum Informatik
(TZI) oder dem Zentrum für Informations- und Kommunikationstechnologie (ikom).
Die Wissenschaftler treffen hier auch auf eine lebendige Firmenszene in dem
Netzwerk "Mobile Solution Group" und auf modernste Infrastrukturen.
Die Wirtschaftszweige Seehäfen und Logistik
waren und sind kraftvolle Wachstumsmotoren für die Bremer Wirtschaft. Sie haben
ein wissenschaftliches Know-how genährt, das Bremen zu einem Kompetenzzentrum
für Fragen der Logistik und Telematik gemacht hat. Wegbereiter für die Logistik
Company Bremen, die immer stärker auf innovative IuK-Technologien setzt, sind
neben der Universität Bremen das Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik
sowie das Bremer Institut für Betriebstechnik und angewandte Arbeitswissenschaft
(BIBA).
Bremen ist europäisches Zentrum
der bemannten Raumfahrt und bedeutender Standort der Luftfahrtindustrie. Dies
hat eine wissenschaftliche Infrastruktur inspiriert, wie sie kein zweites Mal in
Deutschland zu finden ist. Der weltweit einzigartige Bremer Fallturm, ein
Forschungslabor für Experimente unter Schwerelosigkeit, signalisiert weithin
sichtbar diese wissenschaftlichen Stärken des Landes. Ihr Erfolg begann Mitte
der 80er Jahre im Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und
Mikrogravitation (ZARM) der Universität Bremen.
Der Gesundheitsbereich
gehört zu einer der großen Wachstumsbranchen des 21. Jahrhunderts. So hat Bremen
in den Bereichen Public Health (inklusive Pflegeforschung) und
Medizintechnik/Medizininformatik eigene Forschungsfelder gebildet und sie im
Zentrum für Public Health gebündelt. Als erste Universität in der Bundesrepublik
hat zudem die Universität Bremen Pflegewissenschaften als eigenständiges
Studienfach eingerichtet. Das Gesundheitswesen steht auch im Mittelpunkt der
Arbeit des Bremer Instituts für Präventionsforschung und Sozialmedizin (BIPS).
Der Wandel der
Staatlichkeit durch die europäische Integration und die weltgesellschaftliche
Vernetzung sowie die Modernisierung der Wohlfahrtsgesellschaft und ihrer
Finanzierungssysteme im Gefolge der demografischen und technologischen
Entwicklung stellen gewaltige Herausforderungen dar. Der Sonderforschungsbereich
Staatlichkeit im Wandel und die Graduate School of Social Sciences bilden den
Kern eines sozialwissenschaftlichen Kompetenzzentrums, das Beiträge zur Lösung
der anstehenden Probleme liefern will. Im Zentrum für Sozialpolitik (ZeS) der
Universität Bremen ist zentraler Forschungsgegenstand der deutsche Sozialstatt
in all seinen Facetten.
Die Hirnforschung ist ein
spektakuläres Forschungsfeld. Darüber hinaus wird den neuronalen Grundlagen der
Wahrnehmung, der Erkenntnis, der Gefühle und der Verhaltenssteuerung eine
Schlüsselfunktion in der Wissenschaftsentwicklung der nächsten Jahrzehnte
zuerkannt. Bremen leistet hier mit dem Zentrum für Kognitionswissenschaften,
einem Sonderforschungsbereich und dem Hanse Wissenschaftskolleg in Kooperation
mit der Universität Oldenburg wegweisende Beiträge.
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